Bänkelgesang hat in Deutschland eine lange Tradition. In der Meenzer Fassenacht gibt es diese Vortragsform schon seit Jahrzehnten, wenn nicht noch länger. Lutz Franck und Wilfried Rudolph, die Mainzer Ur-Bänkelsänger (noch aus Schwarz-Weiß-Zeiten bekannt) waren als Postangehörige schon bald bei der Fastnacht des PSV Mainz (Postsportverein) dabei. Über die MCG (Mainzer Carneval Gesellschaft), wo die Bänkelsänger 1960 gegründet wurden, kamen sie durch Vermittlung Ernst Negers schließlich ab dem 11.11.1961 zum MCV, dem großen Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V.
 
Nachdem Wilfried ausgestiegen war suchte Lutz einen neuen Partner. Es folgten verschiedene Intermezzi mit wechselnden Besetzungen. Schließlich fanden sich Lutz Franck und Joachim Seitz 1984 beim KKV, wo Lutz Protokoller war und Joachim Sitzungspräsident wurde. Aus einem Gag wurde eine Institution: die Bänkelsänger waren wieder da, zuerst beim KKV und ein Jahr später, also 1985, wieder beim MCV.
 
Nachdem Lutz Franck am Fastnachtdienstag 1995 sein 70. Lebensjahr vollendet hatte und seinen fastnachtlichen Ruhestand bekannt gab ordnete der große Bruder Joachim an: "Guido, du kääfs der e Giddaa (Gitarre), lernst die paar Griff - unn am elfte im elfte trete mer uff!" Damals hörte man noch auf große Brüder - und die neuen Bänkelsänger waren geboren.
 

Guido und Joachim Seitz
 
 
Am 11. 11. 1995 hatten die Brüder ihren ersten Auftritt bei der "Närrischen Generalversammlung" des MCV im Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses zu Mainz. Das Publikum nahm die beiden begeistert auf und die erste Kampagne im Jahr 1996 in der Rheingoldhalle wurde ein riesengroßer Erfolg.
 
Die Mainzer Lokalpresse sowie andere Medien wurden auf das Brüderpaar aufmerksam und berichteten über sie. Es folgten Interviews und Auftritte in Presse, Rundfunk und Fernsehen.


Am 29. Januar 2004 waren Joachim und Guido Seitz zu Gast im Funkhaus der Deutschen Welle in Bonn. Moderatorin Edith Lia Vasilescu führte mit ihnen ein Gespräch, das am Fastnachtsonntag, 22. Februar, sechsmal rund um den Globus gesendet wird.

Zum letzten Mal ist das Brüderpaar Seitz in der Kampagne 2006 aufgetreten.

 

Neuanfang der Bänkelsänger

Obwohl Guido die Nachfolge seines verstorbenen Bruders als Sitzungspräsident beim MCV angetreten hat, war der Wunsch, die Tradition des Bänkelgesanges fortzuführen immer vorhanden.

In Thomas Gerster fand er einen Partner, der alle Voraussetzungen eines Bänkelsängers erfüllt. Freude am Gesang, der Musik und vorallem an der Fassenacht. Im Januar 2011 haben die beiden sich zusammengetan, Texte geschrieben und geprobt. Die Premiere war bei einer "Wirtschaftssitzung" im Weinhause Quintin - Flehlappe -.  Weitere Auftritte gab es beim Ehrenoffiziers-Empfang der Mainzer Ranzengarde, Sitzung der Mainer Altstadt-Pfarreien im Haus am Dom. Ein erster Auftritt vor großem Publikum war bei der Sitzung der Kaufleute in Wirtschaft und Verwaltung KKV im Kurfürstlichen Schloß.

Seit der Kampagne 2012 sind die Bänkelsänger wieder fester Bestandteil der MCV-Sitzungen in der Mainzer Rheingoldhalle und des KKV im Kurfürstlichen Schloss.

 

 


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